Ausbluten

no 10. Oktober 2008

In Sachen Schule wird sich in Italien so einiges ändern. Das alte Punktesystem, das darüber entschied, welche Lehrer in frei werdende Stellen aufrücken, soll abgeschafft werden. Der Schuldirektor soll Personalfragen jetzt selbst entscheiden. Das ist gut. Für seine Nichten und Neffen. Die haben einen Job sicher. Nicht ganz so gut für die Schüler, aber warum sollen die überhaupt …

Dr. Mariangela Staccani ist Chemikerin […] In diesem Herbst hätte sie an der römischen Universität La Sapienza eine auf drei Jahre befristete Stelle beginnen sollen. Die von bekannten Experten hochgejubelte 30-Jährige gilt als eine der qualifiziertesten Chemikerinnen ihres Jahrgangs, jetzt ist sie arbeitslos […] Dem neuen Hochschulgesetz zufolge darf es auf fünf aus Altersgründen freiwerdende Arbeitsplätze in staatlichen Einrichtungen nur eine Neubesetzung geben […] “Da steckt eine präzise Strategie dahinter. Die wollen die staatlichen Universitäten kaputt sparen, damit die privaten den Vorteil davon haben.”

[Quelle: “dradio.de” am 08.10.2008]

Das Theater von Ostia schließt, weil es Zuschüsse der Kommune in Zukunft nicht mehr geben wird. Wir haben dort in den letzten Jahren so einige gute Inszenierungen und Konzerte gesehen und jedes Jahr feste Termine, Weihnachten, Neujahr, Karneval, mit unserem Sohn gehabt. Der beste Freund unseres Sohnes spielt seit zwei Jahren Rugby, begeistert. Jetzt nicht mehr. Sein Verein, der einzige hier in der Gegend, erhält auch keine Zuschüsse von der Kommune mehr. Jetzt machen wir uns Sorgen um die Bibliothek, in der die Kinder die letzten Winter verbracht haben.

Italienische Fangquoten

no 9. Oktober 2008

Ist nur eine Randnotiz, die mir der Google-Alert vorbei geschickt hat, aber so wunderbar bezeichnend.

Italien überschreitet Fangquoten für Thunfisch

[Quelle: “net-tribune.de” am 08.10.2008]

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF überschreitet Italien die international vereinbarten Fangquoten für Thunfisch. Die italienischen Fischer hätten 2007 und 2008 deutlich mehr Thunfisch gefangen, als erlaubt, erklärte der WWF in Rom; 2008 waren es 700 Tonnen zuviel, 2007 mehr als 1.600 Tonnen zuviel. Zudem habe Italien falsche Angaben über die Größe der Fischereiflotte gemacht: Gemeldet worden seien 185 Boote, Inspektoren hätten 283 Boote gezählt. Daneben bedienten sich viele Fischer unerlaubter Fangmethoden.

Die italienische Regierung hat erklärt, dass die Fangquote in diesem Jahr nicht erreicht worden sei. Vielmehr sei 30 Prozent weniger Thunfisch gefangen worden als erlaubt.

Punkt!

Italienische Mauersprüche: “Anne Frank. Selbstmörderin.”

no 5. Oktober 2008

Beim Frühstück im Messaggero, einer der italienischen Bildzeitungen gefunden:

anne frank

Italien. Freunde von damals

no 3. Oktober 2008

“Die Regierung setzt Fallschirmjäger in Marsch und rückt zum Generalangriff gegen die Camorra aus”, schreibt DiePresse.

In einer Anzeige unter dem ersten Absatz die Frage, die sich da jeder gleich stellt:

Autodiebstahl und Diebstahlschutz in Italien

no 2. Oktober 2008

Italien: Autodiebstahl

Autodiebstahl kommt in Italien weitaus häufiger vor, als in anderen europäischen Ländern. Bei einem 2004 durchgeführten Städtevergleich, bei dem 258 Städte in allen 27 EU-Staaten einbezogen wurden, fanden sich unter den zehn Kommunen, in denen europaweit die meisten Auto-Diebstähle registriert wurden, sieben italienische Städte.

In Caserta (Süditalien) wurden 15,3 gestohlene Pkw je 1.000 Einwohner registriert. Nach Catania, Neapel, Turin, Rom und Mailand folgt mit Manchester auf Platz 7 die erste nicht italienische Stadt.

[Quelle: “Die Presse” vom 23.09.2008]

Diebstahlschutz

Es gibt ja zum Glück viele Arten, sein Auto gegen Diebstahl zu schützen. In Italien ist es sehr verbreitet, einen Baseballschläger oben auf dem Lenkrad anzubringen und/oder mit schweren Ketten und Vorhängeschlössern Kupplung, Gas- und Bremspedal so zu verknoten, dass sie nicht mehr bewegt werden können.

Am besten sind aber sicher diese akkustischen Warnanlagen, deren Gepiepe und Getöne die Nächte italienischer Stadtviertel erfüllt.

Vor Kurzem saß ich zum Aperitivo vor einer Bar in einer sonst sehr ruhigen, kleinen Straße in der Nähe meiner Wohnung, durch die an diesem Tag wegen einer Baustelle etwas größerer Verkehr geleitet wurde, darunter auch Autobusse und LKW. Jedesmal, wenn ein etwas größeres Gefährt die kleine Straße passierte (alle 3-5 Minuten) heulten die Sirenen fast aller links und rechts parkenden PKW nacheinander los, tönten 2 - 3 Minuten im chaotischen Chor zusammen, um sich dann langsam wieder zu beruhigen und kurz darauf aus gegebenem Anlass wieder von vorne anzufangen.

Ein wunderbares Spektakel, gefiel mir so gut, dass ich gleich 3 Aperitivi da getrunken habe und zu spät zum Mittagessen gekommen bin. Später erzählte mir der Barmann, das sei vier Tage lang vom frühen Morgen bis in die späte Nacht so gegangen. In der vierten Nacht wurden zwei Wagen gestohlen.

Italienische Kche
Die italienische Küche





CMS: Wordpress :: project & design: nofactory :: Italien-Blog

Political Blogs - BlogCatalog Blog Directory