Giorgio Napolitano

no 28. Juli 2008

Giorgio Napolitano. Der alte Mann und sein Füllfederhalter.

“Silvio Berlusconi macht sich seine Gesetze selbst” ist in allen, außer den italienischen Medien, zu hören und zu lesen. Z. B. im Tagesspiegel vom 25.07.2008.

Dass Silvio Berlusconi das tut, ist verständlich. Welcher Kriminelle, den man zu einigen hundert Jahren verurteilen würde, könnte man ihm all seine Verbrechen nachweisen, würde das nicht tun? Unbegreiflich ist - und das ist das eigentliche Problem - dass er’s tun kann.

Giorgio Napolitano gründete 1942 eine kommunistische Gruppe, die verschiedene Aktionen gegen die regierenden Faschisten unternahm, trat 1945 der Kommunistischen Partei Italiens bei und wurde 1953 Abgeordneter.” [Wikipedia]

Heute ist Giorgio Napolitano 83 Jahre alt und Präsident der Italienischen Republik. Weiß der Himmel, warum der nicht im Garten sitzt und Petrarca-Sonette liest oder für seine sicher schon den Kinderschuhen entwachsenen Urenkel rezitiert*. Jedenfalls unterzeichnet der stattdessen ein Berlusconi-Gesetz nach dem anderen und ich frage mich, wo für ihn die Grenze liegt. Wann sagt Giorgio Napolitano: “Nein. Da kommt mein Name nicht drunter”? Bei einem Gesetz, mit dem die Todesstrafe wieder eingeführt wird?

Giorgio Napolitano sagt nicht nein. Der sagt sich wahrscheinlich, wenn ich’s nicht tu, dann schieben die mich hier weg und es tut ein anderer, da kann ich es auch gleich selbst tun, oder aber - und das wäre das einzige, was mir die Sache begreiflich machen könnte: Der ist so verkalkt, dass er nur noch eine verschwommene weiße Fläche vor sich auf dem Tisch sieht und einen Finger, der ihm zeigt, wo er seinen Namen hin setzen soll; und das kriegt er so grade noch auf die Reihe.


* Siehe auch: Das italienische Parlament. Hier treffen sich Italiens Senioren


Straßenverkehr in Italien

no 24. April 2008

Das Thema Straßenverkehr in Italien im Allgemeinen hatten wir ja schon. An dieser Stelle sollen in loser Folge weitere Tipps zum Überleben im italienischen Straßenverkehr erscheinen.

In den größeren Städten hält sich die Gefahr durch die Verkehrsdichte in annehmbaren Grenzen. Die Geschwindkeit ist nicht so hoch, dass jeder Unfall gleich tödlich enden muss. Brandgefährlich ist das Fußgängerleben in Vororten und Dörfern, in die sich Touristen eher selten verirren, mit ihren 20 m breiten Pisten. Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h in Wohnvierteln sind keine Seltenheit. Statt Ampeln gibt es Kreisverkehranlagen, die von den Piloten als Katapulte benutzt werden. Irgendwie muss man aber rüber, denn auf der anderen Seite liegt die Schule, der Supermarkt, …

Tipp für Fußgänger:
Lieber drei mal links, als einmal rechts beim Überqueren von Straßen, die in einen Kreisverkehr münden. So hat man den Feind vor sich, blickt abwechselnd nach links und nach vorne, muss den Kopf beim Gehen also nur um 90° hin und her schwenken, um beide Richtungen im Auge zu behalten. Bewegt man sich dagegen in Fahrtrichtung, muss man gleichzeitig nach rechts und nach hinten sehen. Das sind mehr als 180°. Sekundenbruchteile, die über Leben und Tod entscheiden können. Zebrastreifen an Kreisverkehranlagen sind Todesfallen.

Und nie vergessen: Keine Agressionen, keine Pädagogik. Nur an das Ziel denken: Heil ankommen.

Italien mit dem Auto

no 22. April 2008

Tipps für Autofahrer in Italien:

Lieber drei mal rechts abbiegen, als einmal links!
Kauf Dir ein “P”!

Ich gebe zu, ich kann mir vorstellen, dass meine Fahrweise Leuten, die zu einer bestimmten Uhrzeit irgendwo ankommen müssen, auf die Nerven gehen kann. Nicht dass ich nicht schneller könnte - ich fahr seit 30 Jahren, ich fahr gerne, ich fahr wie Bullit, wenn’s sein muss, mit einer Hand, und dreh mir mit der anderen Zigaretten - ich will einfach nicht. Und so langsam bin ich auch nicht, dass man wie irre hinter mir her hupen, mir wutverzerrte Gesichter zeigen und mich nach dem Überholen beim Einscheren so schneiden muss, dass es kracht, wenn ich nicht in die Bremsen gehe. Ich bin mal von einem Kleinlaster auf einer dreispurigen Umgehungsstraße mitten im vollen Verkehr seitlich angerempelt worden.

Vor 2 Wochen habe ich ein A4-großes “P” auf die Heckscheibe geklebt. Das ist das Zeichen für Principiante = Fahranfänger. Auf die Idee hätte ich auch ein paar Jahre früher kommen können. Hat gewirkt. Aber wie! Weniger Gehupe, Gedrohe, Geschimpfe; meine Angst, im Affekt erschossen zu werden, ist weitaus geringer mit diesem “P”.

Silvio Berlusconi. Der Mann mit dem einen Gesicht

no 14. April 2008

Silvio Berlusconi. Italien hat seinen Besitzer mal wieder zum Generaldirektor gewählt.

Aber wer ist Silvio Berlusconi, der immer und immer und immer wieder kommt? Einige Antworten hier: Wer ist noch gleich Silvio Berlusconi?



Wahlen in Italien. Diesmal dürfen alle.

no

Vor 2 Jahren bin ich mit meiner französischen Freundin Anne in Roms Wahlbezirk XIII zu den Kommunalwahlen gegangen, für die wir, da hier wohnhaft gemeldet, ja wahlberechtigt sind. Erst zwei Stündchen Schlange gestanden, dann erfahren müssen, dass wir zwar eigentlich berechtigt sind, aber erst irgendeinen Schein, in dem diese Berechtigung bestätigt wird, bei der Kommune beantragen müssen. Also nicht gewählt.

Diesmal bin ich gar nicht erst hingegangen, denn um diesen Schein bei der Kommune zu beantragen, reichen zwei Stündchen Schlange sicher nicht aus. Meine Freundin Anne ist aber gegangen und hat als französische Staatsbürgerin diesmal nicht nur für die Kommune, sondern sogar für das nationale Parlament wählen dürfen. Man hat sie sogar dazu genötigt und ihr, als sie den Wahlhelfern erklärt hat, dass sie dazu, weil Französin, nicht berechtigt sei, mit beruhigenden Gesten sämtliche Wahlscheine in die Hand gedrückt und sie in die Kabine geschoben. Also hat sie gewählt.

Italienische Küche
Die italienische Küche





CMS: Wordpress :: project & design: nofactory :: Italien-Blog

Political Blogs - BlogCatalog Blog Directory