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Schule: Schulrefom in Italien

In allen demokratischen Ländern, in denen das friedliche Demonstrieren Teil des politischen Lebens ist, sieht man, wenn es um die Familie betreffende Themen geht, traditionell auch Kinder durch die Straßen spazieren. Natürlichste Sache der Welt normalerweise. Nicht im Italien dieser Jahre Monate. Die italienische Rechte haut gerade wieder mal eine sofort in allen Medien beifällig breitgetretene Polemik raus, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist und im Vorwurf an die Eltern gipfelt, ihre “Kinder zu missbrauchen, um gegen die Regierung zu hetzen”.

Anlass war eine Demonstration in Rom gegen eine Schulreform, bei der von einer Reform überhaupt keine Rede sein kann, da es lediglich um die radikale Kürzung der für europäische Verhältnisse sowieso schon extrem geringen Mittel geht. Ist übrigens schon so gut wie durch, die Reform, wie immer im Schnellgang per Vertrauensfrage (Silvio Berlusconi stellt eine Vertrauensfrage nach der anderen, um Abänderungsanträge der Opposition zu umgehen - siehe Handelsblatt vom 21.07.2008 - diese ist die vierte innerhalb von fünf Monaten - und Giorgio Napolitano hat seinen Füllfederhalter schon wieder gezückt).

An der Demonstration teilgenommen haben 300.000 Menschen (auf die Zahl hat man sich schließlich geeinigt). Auch mein Sohn ist auf der Titelseite der Repubblica gelandet:

Und natürlich werden wir unsere Kinder zu Euren Feinden erziehen.

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