Faschismus in Italien

“Endlich muss man sich in Italien als Faschist nicht mehr schämen.”

Italien ist ein faschistisches Land mit faschistischen Menschen, die jeden Tag Menschen aus anderen Ländern, sogar 13-jährige Kinder, halb- und manchmal auch ganz tot schlagen. An faschistischen Büro-, Behörden- und Bankgebäuden hängen faschistische Plakate; faschistische Mauersprüche in den Schulhöfen der faschistischen Schulen, in die faschistische Eltern ihre mit 6 Jahren schon faschistischen Kinder schicken. In den Straßen patroullieren brandgefährliche, dicke, kleine, faschistische Hunde. In den Zeitungen stehen faschistische Lügen, das Fernsehen strahlt faschistische Propagandasendungen aus und im Radio laufen faschistische Schlager. Faschistische Fussballspieler von faschistischen Vereinen treten anderen Spielern in die Knochen und in den faschistischen Bars klopfen faschistische Trinker faschistische Sprüche und - keine Frage: Früher oder später wirst Du ihnen im Dunkeln begegnen, oder sie warten vor Deiner Tür.


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Die Alitalia-Operette


Schöner Artikel in El País. Die werden gegen eine unautorisierte, zusammenfassende Übersetzung nichts einzuwenden haben. El País ist die international hochgeschätzte, größte Tageszeitung Spaniens.


Der Verkauf der italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist eine gefakte Privatisierung.

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Dreizehn Jahre hat die Privatisierung der italienischen Fluggesellschaft Alitalia in Anspruch genommen. Eine allerdings gefakte Privatisierung. Sehr phantasievoll. Sehr italienisch. Der am höchsten verschuldete Staat Europas übernimmt alle Verluste der alten Gesellschaft und trägt die Kosten für die 3.250 Entlassungen. Das in der Cai (Compagnia aerea italiana) vereinte Unternehmer-Konsortium übernimmt zum skontierten Preis den besseren Teil: Flugzeuge, Fluglizenz und 12.500 Angestellte. Die Idee ist natürlich von Silvio Berlusconi. Als die Alitalia im Frühjahr täglich eine Million Euro Verluste einflog und Konkurs anmeldete, vereitelte Berlusconi den von der Prodi-Regierung beschlossenen Verkauf der Gesellschaft an die Air France. Alitalia dürfe, so Berlusconi, nicht in fremde Hände. So brachte der Premier fünfzehn Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen zusammen und appellierte an ihren Patriotismus. “Wäre ich nicht Ministerpräsident, würde ich selbst Alitalia kaufen.”

Im entscheidenden Moment der Operette zog sich Berlusconi dann in ein luxuriöses Wellness-Center in Umbrien zurück, um die weiteren Ereignisse von dort aus zu verfolgen. Die abschließenden Verhandlungen führte Gianni Letta, seine geheimnisvolle rechte Hand - möglicherweise der einzige italienische Politiker, der im Fernsehen nie zu sehen ist. Die ganze Aktion wurde scharf kritisiert. Nicht wenige sahen darin einen Dienst, den Berlusconi “einigen Freunden” erweisen wollte. Die Cai wurde 1999 als Compagnia di abbigliamento italiano gegründet. 2004 wurden die abbigliamenti zu aerei. Die Textil- und Bekleidungsgesellschaft zur Fluggesellschaft.

Fehlt noch die Zustimmung der EU und die Einigung des Unternehmer-Konsortiums mit einem ausländischen Partner […]. Lufthansa und Air France haben Interesse bekundet. Rom will Frankreich, Mailand will Deutschland. Versäumen Sie keinesfalls den nächsten Akt.

Ausbluten

In Sachen Schule wird sich in Italien so einiges ändern. Das alte Punktesystem, das darüber entschied, welche Lehrer in frei werdende Stellen aufrücken, soll abgeschafft werden. Der Schuldirektor soll Personalfragen jetzt selbst entscheiden. Das ist gut. Für seine Nichten und Neffen. Die haben einen Job sicher. Nicht ganz so gut für die Schüler, aber warum sollen die überhaupt …

Dr. Mariangela Staccani ist Chemikerin […] In diesem Herbst hätte sie an der römischen Universität La Sapienza eine auf drei Jahre befristete Stelle beginnen sollen. Die von bekannten Experten hochgejubelte 30-Jährige gilt als eine der qualifiziertesten Chemikerinnen ihres Jahrgangs, jetzt ist sie arbeitslos […] Dem neuen Hochschulgesetz zufolge darf es auf fünf aus Altersgründen freiwerdende Arbeitsplätze in staatlichen Einrichtungen nur eine Neubesetzung geben […] “Da steckt eine präzise Strategie dahinter. Die wollen die staatlichen Universitäten kaputt sparen, damit die privaten den Vorteil davon haben.”

[Quelle: “dradio.de” am 08.10.2008]

Das Theater von Ostia schließt, weil es Zuschüsse der Kommune in Zukunft nicht mehr geben wird. Wir haben dort in den letzten Jahren so einige gute Inszenierungen und Konzerte gesehen und jedes Jahr feste Termine, Weihnachten, Neujahr, Karneval, mit unserem Sohn gehabt. Der beste Freund unseres Sohnes spielt seit zwei Jahren Rugby, begeistert. Jetzt nicht mehr. Sein Verein, der einzige hier in der Gegend, erhält auch keine Zuschüsse von der Kommune mehr. Jetzt machen wir uns Sorgen um die Bibliothek, in der die Kinder die letzten Winter verbracht haben.

Italienische Fangquoten

Ist nur eine Randnotiz, die mir der Google-Alert vorbei geschickt hat, aber so wunderbar bezeichnend.

Italien überschreitet Fangquoten für Thunfisch

[Quelle: “net-tribune.de” am 08.10.2008]

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF überschreitet Italien die international vereinbarten Fangquoten für Thunfisch. Die italienischen Fischer hätten 2007 und 2008 deutlich mehr Thunfisch gefangen, als erlaubt, erklärte der WWF in Rom; 2008 waren es 700 Tonnen zuviel, 2007 mehr als 1.600 Tonnen zuviel. Zudem habe Italien falsche Angaben über die Größe der Fischereiflotte gemacht: Gemeldet worden seien 185 Boote, Inspektoren hätten 283 Boote gezählt. Daneben bedienten sich viele Fischer unerlaubter Fangmethoden.

Die italienische Regierung hat erklärt, dass die Fangquote in diesem Jahr nicht erreicht worden sei. Vielmehr sei 30 Prozent weniger Thunfisch gefangen worden als erlaubt.

Punkt!

Italienische Mauersprüche: “Anne Frank. Selbstmörderin.”

Beim Frühstück im Messaggero, einer der italienischen Bildzeitungen gefunden:

anne frank

Italienische Kche
Die italienische Küche





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