Polenta kochen

Polenta kannte ich bisher nur als dampfenden gelben Kuhfladen, der nach gar nichts schmeckt, obendrauf eine mehr oder weniger angekokelte Bratwurst oder Tomatenzeugs (siehe Google-Bildersuche Polenta). Grobe Fehleinschätzung der Polenta-Sache, weiß ich inzwischen, die daher rührt, dass ich sie in der falschen Ecke Italiens kennengelernt habe. Die Polentoni, Polentafresser, wie sie hier im Süden sagen, leben im Norden. Jedenfalls kann man ohne großen Aufwand, so einiges mit dem Zeug anstellen.

Die Zubereitung ist ziemlich einfach: Den unlegierten Kupfertopf mit Henkel, den Ihr ja sicher alle im Haus habt, übers Feuer hängen und einen Liter Wasser mit etwas Salz aufkochen, sehr langsam und unter ständigem Rühren den Maisgries (ca. 250g) einstreuen und ungefähr eine Stunde lang kochen; gerührt wird ohne Pause und immer nur in eine Richtung; dabei kann man ja Radio hören oder sich irgendwas ausdenken; den Rührarm danach 24 Stunden ruhigstellen.

Es gibt sogar einen noch einfacheren Weg: Maismehl, das einem Vorkochverfahren mit Dampf unterzogen wurde. Die Zubereitungszeit verkürzt sich dabei auf 5 bis 8 Minuten. Schmeckt genauso, man kann sich aber die Armschlinge schenken. Nach dem Kochen die Polenta 30 Minuten lang in Ruhe lassen und danach in eine passende Kastenform streichen (die Form muss nicht gefettet werden, vorher lediglich kalt abspülen, die Polenta pappt nicht an); abkühlen lassen, aus der Form stürzen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Früher wurde sie auf einem Brett ausgestrichen und mit der Schnur in Dreiecke geschnitten - das habe ich natürlich gleich ausprobiert.

Polenta

Die Polenta-Schnitten kann man im Kühlschrank aufbewahren und auch in den nächsten Tagen noch weiß der Himmel was alles damit machen. Ich werd mal Förmchen für die Kinder besorgen.




Kommentare

5 Kommentare zu "Polenta kochen"

  1. westernworldNo Gravatar 

    versuch das mal zu toasten müßte recht gut kommen.

  2. DirkNo Gravatar 

    Normaler Toaster geht nicht, aber Du hast mich auf ‘ne Idee gebracht; wir haben so ein altes Waffeleisen… :-)

  3. Die venezianische Küche 

    [...] Elemente der venezianischen Küche sind Polenta und [...]

  4. Leber Kalbsleber auf venezianische Art 

    [...] die Polenta wie hier beschrieben kochen - am besten ist natürlich, man hat das schon am Tag vorher getan - und in einer Kastenform [...]

  5. SabinaNo Gravatar 

    Caro Dirk,
    den hiesigen lombardischen Polentoni würden sich die Haare sträuben, wenn sie bei Dir über ihre geliebte Polenta lesen würden… - gut, ehrlich gesagt bin ich auch kein wirklicher Liebhaber dieses Breis, ABER:
    Die Express-Polenta ist von vornherein ein absolutes NoGo… für die Köchin die etwas auf sich hält! Was den unlegierten Kupfertopf betrifft, gibt´s den mittlerweile (ich nehme an bereits Jahrzehnte, aber in Rom ist er noch nicht angekommen) auch für den Gasherd, Rührarm inklusive Motor (Achtung man sollte eine Steckdose in der Nähe haben), der in den Henkel einrastet und die Armschlinge wird absolut zwecklos. In unserer Gegend, Teile des Comer Sees, Valchiavenna, Valtellina, wird zum Maismehl noch Buchweizenmehl gemischt und das ganze bekommt schon mal etwas mehr Charakter. Dann hat hier jedes Örtchen seine Spezialität mit den seltsamsten Namen, die ich gar nicht wiedergeben kann, da ich den hiesigen Dialekt weder sprechen noch schreiben kann. Aber das eine oder andere Mal hat mich sogar die Polenta positiv überrascht! Am Besten ich schicke Dir zum nächsten Geburtstag den Topf und die “echte” Polenta!

"Polenta kochen" kommentieren.





Aktueller Beitrag: Polenta kochen